Das letzte Spiel ist gespielt, nun neigt sich auch das Jahr 2025 dem Ende entgegen. Zeit, nochmal einen Blick zurück zu werfen auf ein ereignisreiches Jahr. Neue Rekorde, tränenreiche Abschiede, Aufmerksamkeit in der Nationalmannschaft und eine Menge Highlights liegen hinter uns.
Doch zunächst der Status Quo: Ein mutiges, bestimmendes Spiel gegen Aufstiegsaspirant MSV Duisburg zum Abschluss dieses Jahres und ein mehr als verdienter Punkt vor der heimischen Saisonrekordkulisse sorgen für die zweitbeste Hinrunde der Viktoria-Drittliga-Geschichte. Die Bestmarke hatten wir 12 Monate zuvor aufgestellt. Womit wir auch schon am Anfang unseres Jahresrückblicks sind.
Januar: Abschied, Euphorie und gleich mit den Bayern
Am 3. Januar ging es für unsere Profis ins Trainingslager nach Belek. Euphorisch und selbstbewusst durfte die Mannschaft von Olaf Janßen nach der abgeschlossenen Hinrunde sein. Am gleichen Tag wurde verkündet, dass der dienstälteste Trainer der 3. Liga die Schäl Sick im Sommer verlassen wird.
Noch am gleichen Tag verließ Bryan Henning Köln Richtung Osnabrück, mit Paul Pöpperl kam der Ersatz prompt per Leihe aus Gelsenkirchen. Für Schalke 04 hat der Mittelfeldspieler mittlerweile übrigens in der 2. Bundesliga debütiert. Auch Tobias Eisenhuth schaffte noch den Weg nach Höhenberg.
Nach dem Trainingslager in der Türkei stand im Franz-Kremer-Stadion ein Testspiel gegen die Profis des 1. FC Köln an. Zur Halbzeit lag Viktoria mit 2:0 vorne. Said El Mala, Serhat-Semih Güler & Co. hatten den Stadtnachbarn zu Beginn schwindelig gespielt. Zum Schluss stand dennoch ein 3:2 für den späteren Bundesliga-Aufsteiger zu Buche.
Und doch schaffte es die Mannschaft aus Köln-Höhenberg alles Positive aus der Hinrunde, dem Trainingslager und diesem Freundschaftsspiel zu ziehen und reiste mit breiter Brust zum Rückrunden-Auftakt nach Dresden. Der spätere Aufsteiger war zu diesem Zeitpunkt bereits Tabellenführer, galt zu Hause als unschlagbar – bis Viktoria kam. Eine überragende Leistung im Rudolf-Harbig-Stadion sorgte für einen überraschenden 3:2-Sieg und beste Stimmung auf dem folgenden Fanabend.
Die anschließende Rückkehr von Lucas Cueto und der 1:0-Heimsieg gegen Mannheim taten ihr übriges. Die Viktoria-Kostümsitzung in der Stadthalle Köln passte genau in die Zeit hinein. Vor dem anschließenden Heimspiel gegen den TSV 1860 München trumpfte Viktoria im „Power-Ranking“ (Punkte aus den letzten 5 Ligaspielen) auf Rang 1 gemeinsam mit dem FC Bayern München – 15 von 15 Punkten hatte man auf die Schäl Sick geholt. Zum Ende des Monats hatte auch Marian Wilhelm, zu diesem Zeitpunkt noch Co-Trainer, den Pro-Lizenz-Lehrgang absolviert und war der erste Coach, der sowohl die A+-Lizenz als auch den „Fußballehrer“ absolviert hatte.
Februar & März: Spende der Fans, Heimspiel-Highlight gegen Aachen
Zur Halbzeit noch geführt, musste sich das Team von Olaf Janßen gegen die Löwen geschlagen geben (1:2). Doch durfte sich das NLZ am gleichen Tag über eine Spende aus der Fanszene freuen: Aus dem Nachlass von Viktoria-Urgestein Heinz Schiffer hat die Fanszene, insbesondere „13 Meter ohne Kopf“, Viktoria-Requisiten versteigert und dem Leistungszentrum anschließend die Summe von 1.300€ gespendet.
Beim Spitzenspiel in Rostock holte Viktoria anschließend einen Punkt (1:1). Es folgte ein atemberaubendes Heimspiel gegen Alemannia Aachen, bei dem nicht nur der werdende Papa Tyger Lobinger, sondern auch die beiden Brüder Said & Malek El Mala trafen und Sidny Cabral als Vorlagengeber zum Held des Spieltags gewählt wurde – eine echte Teamleistung also. Auf diese ließ sich allemal aufbauen.
In Verl holte man anschließend einen Punkt (1:1) und verlor daheim gegen Saarbrücken (1:2). In Seelscheid folgte ein souveräner Sieg im Pokal (4:0), aus Aue ging es ohne eigenen Mannschaftsbus und ohne Punkte zurück. Doch daheim gab es wieder Grund zum Feiern, Malek El Mala sorgte mit einem späten Treffer für einen emotionalen Sieg gegen Rot-Weiss Essen. Kurzer Sprung ins hier und jetzt: Nach dem abgelaufenen Halbjahr am Geißbockheim steht der Stürmer für die U21 des Effzeh übrigens bei 5 Treffern in 11 Regionalliga-Partien.
April: Finaleinzug und gebrochene Euphorie
Auf einem schwer bespielbaren „Platz“ bei Teutonia Weiden folgte im 4. Monat des Kalenderjahres der Einzug in das Pokalfinale. Nach dem Heimsieg gegen Unterhaching und dem Auswärtserfolg bei Stuttgart II war die Mannschaft von Olaf Janßen wieder oben dabei. Doch das Restprogramm hatte es in sich.
Gegen Arminia Bielefeld lieferte man zwar ein gutes Spiel ab, musste sich gegen den späteren Aufsteiger und DFB-Poalfinalisten allerdings 0:2 geschlagen geben. In Cottbus ein ähnliches Bild, 0:1 diesmal der Endstand aus Viktoria-Sicht. Zwar folge ein 2:0-Heimerfolg gegen Wehen Wiesbaden, doch spätestens nach der Niederlage am 2. Mai in Osnabrück waren alle Aufstiegshoffnungen verpufft.
Mai: Rekord-Endspurt und Bilderbuch-Finale
Und doch standen noch 2 Spiele auf dem Plan. Im Vussballradio Schäl Sick, das in Osnabrück das Jubiläum von 150 Viktoria-Spielen feuern durfte, konnte man den emotionalen Heimsieg gegen Hannover 96 mitverfolgen. Bereits vor Anpfiff wurde es emotional: Olaf Janßen bestritt sein letztes Liga-Heimspiel als Viktoria-Coach und wurde vor den Fans verabschiedet.
Auch wurden die Abgänge von Patrick Koronkiewicz, Moritz Fritz, Niklas May, Enrique Lofolomo, Luca de Meester, Sidny Cabral, Donny Bogicevic, Paul Pöpperl, Lucas Cueto, den El-Mala-Brüdern sowie der beiden Physiotherapeuten Tim Kruse und Frank Schroedter bekanntgegeben.
Und immer noch war nicht Schluss, schließlich standen noch ein Auswärtsspiel in Sandhausen sowie das Pokalfinale an. Beim SVS spielten die Jungs aus Höhenberg nochmal richtig auf und schlugen den späteren Absteiger 4:0. Vor dem Landespokalfinale hatte man bereits Meiko Sponsel, Marco Pledl, Leonhard Münst, Arne Schulz, und Raphael Ott als Neuzugänge für die neue Spielzeit vorstellen können. Zudem verlängerte Kapitän Christoph Greger seinen Vertrag.
Voller Euphorie ging es also ins Bilderbuchfinale. Wir machen es kurz: zweimaliger Rückstand, zweimaliger Ausgleich und ein Flugkopfball von Jonah Sticker – so die Dramaturgie des Finales in aller Kürze. Im strömenden Regen Kölns konnte man anschließend den Pokal in die Höhe strecken und Olaf Janßen den Pott – wie zuvor versprochen – mit ins Bett nehmen.
Noch im gleichen Monat unterschrieben Lucas Wolf und Benjamin Zank bei Viktoria. Kristopher Fetz und Fynn Fust wurden zudem als Verstärkungen im Trainerteam vorgestellt.
Juni & Juli: Transfers, Trainingsauftakt, Testspiele
Es folgten die Zugänge von Tim Kloss, David Otto, Yannick Tonye, Verthomy Boboy und Leander Popp. Zudem schaffte mit Zoumana Keita ein weiteres Talent aus dem eigenen Leistungszentrum den Sprung in die große Vussballwelt und schloss sich RSC Anderlecht an. Im DFB-Pokal wurde der SC Paderborn zugelost, mit Valentin Schäfer erschien die erste Folge von Vussball in Rheinkultur – der Viktoria-Podcast. Am 20. Juni nahmen Mannschaft und Trainerteam den Trainingsbetrieb wieder auf.
Der Testspielauftakt beim VfB Linz im „Veedelweiss“-Auswärtstrikot war geglückt, der letzte Härtetest gegen Zweitligist Preußen Münster war ein voller Erfolg.
August: Sieg zum Auftakt, schwierige Phase gemeistert
Dann endlich war es endlich soweit, das erste Pflichtspiel der neuen Spielzeit stand an. Im Sportpark Höhenberg durfte Cheftrainer Marian Wilhelm gleich seinen ersten Sieg in neuer Funktion feiern, ein von Dudu parierter Elfmeter und ein emotionaler Treffer von Tyger Lobinger sorgten für beste Stimmung zum Auftakt und einen 2:0-Sieg.
Anschließend stand das Team vor einer schwierigen Phase. Die Leistungen waren gut, die Ergebnisse blieben aus – 1:2 in Saarbrücken, 1:3 im DFB-Pokal gegen Paderborn, eine schwierige Verletzung von Marco Pledl die einen souveränen Landespokalsieg bei Teveren (5:1) überschattete. Auch in Mannheim war anschließend nichts Zählbares zu holen (0:2).
Und doch – so sollten es auch die anschließenden Wochen zeigen – zahlte es sich aus, an sich zu glauben und seinem Spiel treu zu bleiben. Gegen Jahn Regensburg folgte ein brutal wichtiger Heimsieg (1:0) als Startschuss für richtig gute Viktoria-Wochen.
September & Oktober: Siege, Wiesn, DFB
Denn in Aue folgte ein deutlicher 3:0-Sieg, diesmal ging es also mit Bus und 3 Punkten aus dem Erzgebirge wieder zurück nach Köln. Daheim angekommen folgte die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Hoffenheim II und damit einen schwer zu knackenden Gegner. Doch genau das schafften die Jungs von Marian Wilhelm, der Last-Minute-Elfmeter von Tyger Lobinger besiegelte den dritten Sieg in Folge (2:1).
In Großaspach verlor man anschließend unglücklich 1:2. Daheim gegen Osnabrück musste anschließend Arne Schulz den verletzten Stammkeeper Dudu ersetzen, hielt gegen den VfL die Null (0:0). So sollte es auch bei seinen beiden anschließenden Drittliga-Einsätzen laufen.
In München ging es anschließend pünktlich zum Oktoberfest weiter. Früh führten die Jungs von der Schäl Sick im Grünwalder Stadion mit 2:0, in Unterzahl erkämpfte man sich in der Folge einen wichtigen Punkt (2:2). Deutlich deutlicher fiel das Ergebnis anschließend daheim gegen Havelse aus (4:1).
Nach den düsteren prognosen zur Saison 2024/25 durch vermeintliche „Experten“, die Viktoria in einer Vielzahl auf dem letzten Rang vermuteten, traute sich im Sommer kaum jemand, diesen Take zu wiederholen. Spätestens jetzt war klar, warum.
Weitere gute Viktoria-News kamen vom Geißbockheim. Said El Mala, der erst im September für die deutsche U21-Auswahl beim Testspiel in Albanien debütierte, gewann Mitte Oktober die Fritz-Walter-Medaille in Silber. Dass sogar noch die Berufung in die A-Nationalmannschaft folgen sollte, war zu diesem Zeitpunkt kaum absehbar.
In Höhenberg indes folgten zwei schwierige Spiele und Niederlagen gegen die Top-Teams aus Essen und Rostock. Doch diesmal wussten die Schäl-Sick-Jungs die Niederlagenserie früher zu beenden. An Halloween lieferte man ein begeisterndes Heimspiel ab, das 3:1 gegen den FCI war für die Gäste fast noch glücklich.
November & Dezember: Trikot-Novum & die richtige Reaktion
Im vorletzten Monat des Jahres ging es mit einem späten Sieg in Wiesbaden weiter (1:0). Auch die El-Mala-Berufung durch Bundestrainer Julian Nagelsmann folgte. Zudem konnte man in Köln-Höhenberg erstmals in der Vereinsgeschichte ein Karnevalstrikot präsentieren. Erstmals zu kaufen war es zudem in der Galeria Hohe Straße, wo die erste linksrheinische Viktoria-Fanshop-Area eröffnet wurde.
Beim 8:0 in Wahlscheid ließ die Mannschaft von Marian Wilhelm keine Kompromisse zu. Es folgte die wohl schwierigste Phase des Jahres. Klare Niederlage gegen Verl (1:5), eine starke Leistung ohne Ertrag in Cottbus (2:3) und das 0:1 daheim gegen den SSV Ulm.
Doch in Aachen zeigte die Mannschaft von Marian Wilhelm die erneut richtige Reaktion. Erneut zahlte es sich aus, bei sich zu bleiben und an den eigenen Weg zu glauben. Ein klarer, verdienter 3:0-Statement-Sieg vor 20.000 Fans auf dem Aachener Tivoli ließ den Stimmungstrend rund um Köln-Höhenberg wieder deutlich nach oben zeigen. Das anschließende 0:0 gegen den MSV Duisburg besiegelte dann die zweitbeste Hinrunde der 3.Liga-Vereinsgeschichte.
Nun freuen wir uns auf ein tolles Jahr 2026!





