Keine Frage – Marian Wilhelm hatte sich seine Bundesliga-Premiere als Cheftrainer der U 19 von Viktoria Köln sicherlich anders vorgestellt: Der 32-Jährige musste beim ersten Saison-Heimspiel der A-Junioren-Bundesliga West mit seinem Team gegen den VfL Bochum gleich eine 0:2-Niederlage einstecken. Und die war im Aggerstadion in Troisdorf mehr als ärgerlich.

Denn schon in der ersten Halbzeit waren die Höhenberger die bessere Mannschaft – mit den größeren Spielanteilen und den besseren Torchancen. Der 4:0-Erfolg der Gäste gegen Paderborn in der Woche zuvor hatte das Wilhelm-Team zur Vorsicht gemahnt. Entsprechend aufmerksam wirkte die Abwehr um Ilhan Mustafa Altuntas und Niklas May. Viktoria drehte auf – allen voran Elias Atiabou. In der 28. Minute rettete Bochums Schlussmann Tjark Ernst im letzten Augenblick. Ein wenig später ging ein Flachschuss von Kölns Nummer 17 nur um Zentimeter am Bochumer Gehäuse vorbei. Das hätte für die Viktoria die Führung sein können, vielleicht sogar sein müssen. Und was machten die Bochumer? Sie warteten auf ihre Chance. Die erste kam in der 32. Minute mit einem Lattenschuss von Luis Hartwig. Später hatte der Stürmer mehr Glück und erzielte per Kopfballtreffer das 0:1 (38.).

In der Halbzeit gab es aufmunternde Worte für die Gastgeber von Trainer Wilhelm. Die Folge: Die Viktoria drückte mit Macht auf den Ausgleich. Doch der Schuss ging erst einmal nach hinten los: Calvin Minewitsch nutzte einen Bochumer Konter in der 50. Minute zur 2:0-Führung für den VfL. Trainer Marian Wilhelm peitschte seine Mannschaft an der Außenlinie trotzdem mit lautstarken Anweisungen weiter nach vorne. An mangelndem Einsatz fehlte es den Viktorianern nicht. Das Bochumer Tor stand unter Dauerbeschuss. Gleichzeitig blieben die Gäste mit Kontern immer wieder gefährlich. Doch was nutzten die spielerische Überlegenheit der Kölner und der tolle Einsatz? Leider nichts, denn letztendlich fehlte einfach das nötige Quäntchen Glück an diesem Tag.

Marian Wilhelm konnte der Partie dennoch viele positive Erkenntnisse abgewinnen. „Die Jungs haben über 90 Minuten super gekämpft und ein enges Spiel daraus gemacht. Nach hinten raus ging der Ball dann leider nicht über die Linie. Denn wir hatten da schon die eine oder andere Möglichkeit mehr als der Gegner. Bochum hat es letztlich einfach mit den Torchancen ein bisschen besser gemacht als wir“, so der Viktoria-Coach hinterher. „Wir müssen jetzt weiter Spiel für Spiel angehen und genießen, dass wir in der Bundesliga mitspielen können.“

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Nach der langen Pause geht’s an den Tivoli

Ungewohnt lang war die 3. Liga-Pause in den vergangenen Wochen, doch nun findet sie ein Ende. Am Sonntag (16:30 Uhr) geht’s für Marian Wilhelm und seine Mannschaft an den Aachener Tivoli. Vor dem Re-Start in der Liga durften sowohl Viktoria als auch die Alemannia unter der Woche im Mittelrheinpokal ran. Beide Mannschaften trafen dabei auf einen Landesligisten: Viktoria gewann mit 2:0 beim SC Blau-Weiß 06 Köln, Aachen setzte sich bereits am Dienstagabend mit 5:0 gegen Grün-Weiß Brauweiler durch. Nun gilt der Fokus wieder der 3. Liga. Nach dem starken Saisonstart mit fünf Siegen aus sieben Spielen rangieren die Schäl-Sick-Jungs auf Platz zwei. Auch Aachen ist gut in die Saison gestartet und hat lediglich vier Zähler weniger auf dem Konto. Die Mannschaft von Mersad Selimbegovic startete mit einem beeindruckenden 4:1 gegen den SC Verl in die Saison und knüpfte damit an die starke Rückrunde der vergangenen Spielzeit an. Anschließend holte die Alemannia einen Punkt in der Kölner Südstadt (1:1) und verlor daheim gegen Meppen (0:3). Darauf folgten ein 3:0-Sieg in Ingolstadt, ein Heim-Remis gegen Regensburg (2:2), eine knappe Niederlage in Würzburg (0:1) und zuletzt der Heimerfolg gegen Düsseldorf (1:0). Auf Viktoria-Seite gab es mit dem Heimspiel gegen Regensburg (2:5) und der Partie in Essen (0:1) zwei Begegnungen, in denen die Mannschaft nicht als Sieger vom Platz ging. Die starken Leistungen gegen Stuttgart (3:1), Münster (4:1), Rostock (4:0), in Meppen (3:1) und gegen Ingolstadt (3:0) hingegen unterstreichen die starke Frühform der Mannschaft. Auch beim Test in der Länderspielpause gegen den 1. FC Köln (2:2) überzeugten die insgesamt 23 eingesetzten Viktoria-Profis. In der vergangenen Spielzeit waren es die Aachener, die mit ihrem Sturmduo für Furore sorgten. Lars Gindorf (28 Treffer) und Mika Schroers (21) bildeten den mit Abstand gefährlichsten Doppelsturm der Liga. Während Schroers weiterhin im Aachen-Trikot für Gefahr sorgt, steht Lars Gindorf mittlerweile bei Hannover 96 unter Vertrag. Schroers kommt in der laufenden Saison bislang auf drei Treffer, ebenso wie sein Teamkollege Lukas Scepanik. Das gefährlichste Trio der Liga kommt aktuell aus Köln: David Otto (6 Tore), Niklas Castelle und Lucas Wolf (jeweils 4) stellten ihre Qualitäten zum Saisonstart unter Beweis, insbesondere in der Englischen Woche vor der langen Länderspielpause. Gerade für Castelle dürfte die Partie am Sonntag eine besondere werden: Bevor sich der Offensivspieler im Sommer für den Schritt nach Köln-Höhenberg entschied, spielte er anderthalb Jahre lang als Leihspieler des SSV Ulm für die Alemannia. In 47 Spielen traf er dabei fünfmal. Tickets für das Spiel am Sonntag sind weiterhin erhältlich. Alle Fans, die mit in die Kaiserstadt reisen wollen, finden die wichtigsten Infos wie gewohnt unter www.viktoria1904.de/auswaerts.

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