Am 11. Spieltag der 3. Liga kommt es zu einem Duell, das es seit 2012 bereits 26-mal gab: Viktoria Köln gegen den SC Verl. Beide Vereine weisen Parallelen auf, auch wenn der Start in die neue Spielzeit unterschiedlich ausfiel.
Aufseiten der Viktoria sind die ersten zehn Spiele historisch: 20 Punkte, 27 Treffer, Platz 2 – allesamt neue Bestmarken in der Vereinshistorie. Während Marian Wilhelm als Cheftrainer in seine zweite Spielzeit auf der Schäl Sick ging, ist es für seinen Gegenüber am Samstag das erste Duell in Höhenberg. Orest Shala übernahm im Sommer das Amt des nach Wolfsburg abgewanderten Tobias Strobl und macht seine ersten Schritte im deutschen Profifußball.
Zuvor war der Deutsch-Kosovare im NLZ von Union Berlin, beim Schweizer Klub FC St. Gallen sowie in Portugal bei CD Mafra als Coach tätig. Neben der Trainerpersonalie mussten die Verantwortlichen in Ostwestfalen auch den Kader auf vielen Positionen neu aufstellen. Ex-Viktorianer Oualid Mhamdi (zum 1. FC Heidenheim), Berkan Taz (Bochum), Fynn Otto (Nürnberg), Timur Gayret (Paderborn) und Jonas Arweiler (1. FC Köln II) sind Leistungsträger, die sich nach dem starken 6. Platz im Vorjahr für einen Vereinswechsel entschieden haben.
Verstärkt hat sich der SCV erneut mit jungen, talentierten Spielern. Beispielsweise haben Timo Schlieck (20, Leihe von RB Leipzig), Janne Berner (21, Leihe von Hertha BSC), André Leipold (24, Leihe von Pardubice, Tschechien) und Nick Seidel (21, von Nürnberg) als Neuzugänge die Mehrzahl der Minuten in Liga 3 absolviert. Der Topstürmer ist dabei ein Altbekannter: Tim Heike kam im Sommer vom MSV Duisburg, war zuvor bereits beim Drittligisten FC Ingolstadt aktiv und schoss den FC Energie Cottbus 2024 mit 21 Regionalliga-Treffern in die dritthöchste deutsche Spielklasse. Fünfmal traf er für Verl bis dato in der 3. Liga.
Damit steht er in der Torjägerliste an neunter Stelle und damit hinter den „Höhenberg Boys“ David Otto (Platz 2, 7 Tore), Niklas Castelle und Lucas Wolf (jeweils Platz 3 mit 6 Toren). Noch in der Vorsaison war der SC Verl das treffsicherste Team der 3. Liga: Ganze 82 Tore erzielte der Dorfklub 2025/26. Gemeinsam mit Spitzenreiter MSV Duisburg steht Viktoria dort nach zehn Spieltagen an erster Stelle. 27 Tore in zehn Spielen sprechen Bände. Würde das Team von Marian Wilhelm die Quote von bis dato 2,7 Treffern pro Spiel bis zum 38. Spieltag aufrechterhalten, käme es auf ganze 103 Treffer.
Vor Beginn des 11. Spieltags ist es tabellarisch das Duell des Tabellenzweiten gegen den Tabellen-14. Doch Verl ist zuletzt in verbesserter Form, nachdem man an den ersten drei Spieltagen jeweils in Aachen (1:4), gegen Duisburg (2:4) und gegen die Fortuna aus Köln (1:2) verlor. Im September blieb der SCV dann gegen Mannheim (1:0), Meppen (2:1), Aspach (1:1) und Würzburg (2:2) ungeschlagen. Lediglich aus dem Landespokal verabschiedete man sich in Runde 3 beim Oberligisten Gievenbeck (8:9 i. E.). Im Oktober ist der Verein bis dato sieglos: 2:2 in Düsseldorf, 2:2 gegen Regensburg, 1:2 in Hoffenheim.
Auf der Schäl Sick sieht das Bild genau anders aus: Das Team von Marian Wilhelm hat in diesem Monat bis dato keine Partie verloren. Auf das 2:2 im Test gegen den 1. FC Köln folgten das 2:0 im Landespokal bei BW Köln, das 5:2 in Aachen sowie die beiden jüngsten Remis gegen Aspach (2:2) und im Topspiel in Duisburg (1:1).
In der Bilanz der direkten Duelle zwischen FCV und SCV hat Viktoria recht klar die Nase vorn. Von den 26 Duellen seit 2012 in der Regionalliga und der 3. Liga gewannen die Jungs mit dem roten V 13. Neunmal trennten sich die Vereine unentschieden, viermal ging Verl als Sieger hervor. Zwei dieser Siege feierten die Ostwestfalen in der Vorsaison (5:1 & 2:0).
Am Samstag (14 Uhr) kommt es zur erneuten Begegnung. Tickets sind an der Tageskasse ab 12:30 Uhr sowie jederzeit online unter www.viktoria1904.de/tickets verfügbar.





