Sportlicher Befreiungsschlag unserer Viktoria!

Den Halleschen FC 2:0 besiegt. 17 Punkte aus acht Spielen gesammelt. Sprung auf Tabellenplatz 13. Fünf Zähler Abstand auf einen Abstiegsrang. Besser hätte es am 1. Advent in Höhenberg nicht laufen können. Matchwinner ist Luca Marseiler mit einem Doppelpack.

Olaf Janßen muss angesichts der Verletztenmisere wieder einmal improvisieren. Und greift in die Trickkiste. Ohne Stoßstürmer, dafür setzt unser Cheftrainer auf den spielstarken Luca Marseiler als Mann in der Spitze. Benjamin Hemcke, mit 18 Jahren der jüngste Spieler auf dem Platz, beackert die rechte offensive Seite. Simon Handle stürmt auf links. Eine taktische Umstellung, die sich als Volltreffer erweisen sollte.  

Mit einem Blitzstart unserer Viktoria geht es los. Kluger Pass von Patrick Sontheimer. Luca Marseiler dreht sich um seinen Gegenspieler, zieht aus spitzem Winkel ab. Drin ist das Ding. 1:0-Führung nach 118 Sekunden. Traumstart!

Gibt das unserer Truppe Selbstvertrauen? Halle will schnell den Ausgleich, drückt. Kommt zu einer großen Kopfballchance von Kapitän Jonas Nietfeld, Schiedsrichter Mario Hildenbrand entscheidet auf Abseits. Ein diskussionswürdiger Pfiff. Also durchschnaufen, Glück gehabt. Die Viktoria befreit sich, geht vorne drauf, setzt den Gast in deren eigener Hälfte unter Dauerstress. Und das führt in Minute 20 zu einem folgenreichen Fehler. Halle spielt die Kugel hinten rum, Benjamin Hemcke grätscht dazwischen und legt zurück, Marseiler ist zur Stelle und netzt aus zwölf Metern ein. Doppelpack unserer Nummer 30. Grenzenloser Jubel beim eigenen Anhang. Wir führen 2:0!

Bloß nicht übermütig werden. Weiter konzentriert bleiben. Das Ding ist noch lange nicht durch.

Cheftrainer Olaf Janßen tigert in seiner Coachingzone hin und her, feuert seine Spieler an, gibt Anweisungen. Wir kontrollieren die Partie. Dann ist Pause. Kraft sammeln für die Aufholjagd des Halleschen FC.

Deren Trainer Florian Schnorrenberg reagiert mit einem Dreierwechsel. Aber auch seine Personalrochade ändert nichts an der Überlegenheit unserer Viktoria. Wir kontrollieren Ball und Gegner und kommen in Minute 65 zu einer Doppelchance: Erst verfehlt Kai Klefisch mit einem raffinierten Fernschuss das Ziel, anschließend klatscht ein Geschoss von Simon Handle an die Querlatte. Das wäre die endgültige Entscheidung gewesen.

Nach 71 Minuten ist für Luca Marseiler der erfolgreiche Arbeitstag vorbei. Mr. Doppelpack verlässt unter großem Applaus der Anhänger den Rasen. Dafür kommt Timmy Thiele. Für den Stürmer ist es nach langer Verletzungspause der erste Einsatz seit dem 2. Oktober. Elf Minuten vor dem Anpfiff hat er die große Möglichkeit zum 3:0. Nach einem feinen Sontheimer-Zuspiel steht er allein vor Keeper Daniel Mesenhöler, der mit einer Fußabwehr einen weiteren Gegentreffer verhindert. Neun Minuten später steuert Thiele alleine auf das Tor des HFC zu, der eingewechselte Jan Löhmannsröben nietet ihn um und sieht folgerichtig die Rote Karte. Viktoria neun Minuten in Überzahl. Wir dominieren die Partie nach Belieben, haben Großchancen, die wir allerdings nicht nutzen. Dann ist Schluss. Völlig verdienter, souveräner Sieg. Janßen schickt seine Mannschaft in die Fankurve. La Ola und glückliche Gesichter, wohin das Auge reicht.

„Ich bin stolz auf meine Jungs“, sagt ein sichtlich erleichterter Viktoria-Trainer, „das war nach dem 0:4 in Meppen die richtige Antwort. Meine Mannschaft hat Charakter gezeigt. Vor den schweren Partien gegen Kaiserslautern und Braunschweig war das ein Dreier, der uns guttut.“

Auch Marseiler spricht von einem „hochverdienten Sieg, weil wir es defensiv und offensiv viel besser gemacht haben als in Meppen.“

Unsere Aufstellung: Moritz Nicolas, Florian Heister, Maximilian Rossmann, Christoph Greger, Daniel Buballa (ab 57.: Niklas May), Kai Klefisch, Moritz Fritz, Patrick Sontheimer, Benjamin Hemcke (ab 88.: Jeremias Lorch) Simon Handle, Luca Marseiler (ab 71.: Timmy Thiele)

Schiedsrichter: Mario Hildenbrand

Gelbe Karten:

Viktoria Köln: Moritz Fritz

Hallescher FC: Michael Eberwein, Fynn Otto

Rote Karte: Jan Löhmannsröben

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