Für Simon Handle geht es mit Viktoria Köln in die vierte gemeinsame Saison. Der 27-Jährige, zusammen mit Albert Bunjaku der Mann mit den meisten Einsätzen in der abgelaufenen Spielzeit, hat sich bei den Höhenbergern zu einer echten Stütze entwickelt. Das zeigen auch acht Drittliga-Treffer und ebenso viele Vorlagen in der Saison 2020/2021. Direkt nach dem Trainingslager in Berlin stellte sich der Offensivmann zum Interview.

Herr Handle, seit dem 6. August sind Sie in der Vorbereitung. Wie sind Sie mit dem bisherigen Verlauf zufrieden?

Simon Handle: Mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung bin ich sehr zufrieden. Es waren anstrengende Einheiten dabei, aber so soll es vor einer Saison auch sein. Direkt am Anfang muss man die Grundlage für die kommenden Monate legen. Wir haben gerade in der vergangenen Spielzeit gemerkt, dass man fit sein muss. Einheiten, in denen man mehr ‚beißen‘ muss, sind dabei vollkommen normal. Durch die abwechslungsreiche Trainingsplanung ist aber auch viel Spaß dabei.

Bis einschließlich Montag haben Sie ein Kurztrainingslager in Berlin absolviert: eine gelungene Abwechslung oder harte Arbeit?

Handle: Ich würde beides sagen. Ein Tapetenwechsel in der Vorbereitung, wenn man jeden Tag sehr oft trainiert, ist schon nicht schlecht – gerade weil man täglich mit der Mannschaft zusammen ist und somit die neuen Spieler besser kennenlernt. So lassen sich Neuzugänge besser integrieren. Aber weil der Grundstein für die neue Saison gelegt werden muss, ist natürlich auch harte Arbeit dabei.

Neben einem Testspiel gegen Hertha BSC stand auch die Partie beim SV Empor Berlin an. Wie haben Sie die ersten beiden Vorbereitungspartien gesehen?

Handle: Die ersten Testspiele sind immer sehr wichtig, um reinzukommen und sich wieder an den Wettkampf zu gewöhnen. Wenn man dann Gegner wie Hertha BSC hat, dann ist das für jeden Spieler ein Highlight. Ich persönlich finde das immer super, wenn man sich mit solchen Mannschaften messen kann. Ich denke, wir haben uns auch gut geschlagen. Gegen Empor Berlin war es eine andere Sache. Gegen einen unterklassigen Gegner geht es darum, dass möglichst viele aus der Mannschaft Spielpraxis bekommen und wir unsere Klasse ausspielen. Mit dem 6:0-Sieg haben wir dies standesgemäß erledigt.

Es gibt viele Veränderungen im Kader von Viktoria Köln. Wie beurteilen Sie die Veränderungen in der Mannschaft?

Handle: Bisher bin ich sehr zufrieden. Immer wenn neue Spieler dazukommen, gibt es sportliche und charakterliche Aspekte. Ich denke, die Jungs, die neu dazugekommen sind, bringen beides mit. Gerade auf die sportliche Sicht bezogen werden sie uns besser machen. Die Jungs sind alle super Typen. Wir ‚Alten‘ versuchen, die Neuen bestmöglich zu integrieren. Das ist die beste Grundlage, damit sie ihre Leistung abrufen können.

Fühlen Sie sich in Köln wohl und welche Rolle wird die Mannschaft in der kommenden Saison spielen?

Handle: Ich fühle mich äußerst wohl in Köln. Es geht jetzt in mein viertes Jahr im Verein und ich spiele gerne für die Viktoria. Die Viktoria ist ein sehr familiärer Verein, bei dem man in Ruhe arbeiten kann. Die Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen. Bezüglich der kommenden Saison halte ich mich mit einer Prognose eher zurück. Gerade in der letzten Saison hat man gesehen, wie eng die 3. Liga ist. Jeder kann jeden schlagen. Es ist wichtig, gut in die Saison reinzukommen und negative Phasen wie im letzten Jahr – als wir mehrere Spiele hintereinander nicht gewonnen haben – möglichst zu vermeiden.

In der neuen Saison kommen wieder ein paar namhafte Vereine in der 3. Liga dazu. Auf welche Spiele freuen Sie sich besonders?

Aufgrund meiner bayerischen Wurzeln freue ich mich auf die Spiele in und rund um München. Vor allem die Partie gegen 1860 München war für mich in der letzten Saison eines der Highlight-Spiele. Aber auch Spiele gegen Saarbrücken und Dresden bereichern die Liga, weil hinter diesen Mannschaften eine riesige Fanbasis steht. Es gibt also viele Spiele, auf die man sich sehr freuen kann.

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Nach der langen Pause geht’s an den Tivoli

Ungewohnt lang war die 3. Liga-Pause in den vergangenen Wochen, doch nun findet sie ein Ende. Am Sonntag (16:30 Uhr) geht’s für Marian Wilhelm und seine Mannschaft an den Aachener Tivoli. Vor dem Re-Start in der Liga durften sowohl Viktoria als auch die Alemannia unter der Woche im Mittelrheinpokal ran. Beide Mannschaften trafen dabei auf einen Landesligisten: Viktoria gewann mit 2:0 beim SC Blau-Weiß 06 Köln, Aachen setzte sich bereits am Dienstagabend mit 5:0 gegen Grün-Weiß Brauweiler durch. Nun gilt der Fokus wieder der 3. Liga. Nach dem starken Saisonstart mit fünf Siegen aus sieben Spielen rangieren die Schäl-Sick-Jungs auf Platz zwei. Auch Aachen ist gut in die Saison gestartet und hat lediglich vier Zähler weniger auf dem Konto. Die Mannschaft von Mersad Selimbegovic startete mit einem beeindruckenden 4:1 gegen den SC Verl in die Saison und knüpfte damit an die starke Rückrunde der vergangenen Spielzeit an. Anschließend holte die Alemannia einen Punkt in der Kölner Südstadt (1:1) und verlor daheim gegen Meppen (0:3). Darauf folgten ein 3:0-Sieg in Ingolstadt, ein Heim-Remis gegen Regensburg (2:2), eine knappe Niederlage in Würzburg (0:1) und zuletzt der Heimerfolg gegen Düsseldorf (1:0). Auf Viktoria-Seite gab es mit dem Heimspiel gegen Regensburg (2:5) und der Partie in Essen (0:1) zwei Begegnungen, in denen die Mannschaft nicht als Sieger vom Platz ging. Die starken Leistungen gegen Stuttgart (3:1), Münster (4:1), Rostock (4:0), in Meppen (3:1) und gegen Ingolstadt (3:0) hingegen unterstreichen die starke Frühform der Mannschaft. Auch beim Test in der Länderspielpause gegen den 1. FC Köln (2:2) überzeugten die insgesamt 23 eingesetzten Viktoria-Profis. In der vergangenen Spielzeit waren es die Aachener, die mit ihrem Sturmduo für Furore sorgten. Lars Gindorf (28 Treffer) und Mika Schroers (21) bildeten den mit Abstand gefährlichsten Doppelsturm der Liga. Während Schroers weiterhin im Aachen-Trikot für Gefahr sorgt, steht Lars Gindorf mittlerweile bei Hannover 96 unter Vertrag. Schroers kommt in der laufenden Saison bislang auf drei Treffer, ebenso wie sein Teamkollege Lukas Scepanik. Das gefährlichste Trio der Liga kommt aktuell aus Köln: David Otto (6 Tore), Niklas Castelle und Lucas Wolf (jeweils 4) stellten ihre Qualitäten zum Saisonstart unter Beweis, insbesondere in der Englischen Woche vor der langen Länderspielpause. Gerade für Castelle dürfte die Partie am Sonntag eine besondere werden: Bevor sich der Offensivspieler im Sommer für den Schritt nach Köln-Höhenberg entschied, spielte er anderthalb Jahre lang als Leihspieler des SSV Ulm für die Alemannia. In 47 Spielen traf er dabei fünfmal. Tickets für das Spiel am Sonntag sind weiterhin erhältlich. Alle Fans, die mit in die Kaiserstadt reisen wollen, finden die wichtigsten Infos wie gewohnt unter www.viktoria1904.de/auswaerts.

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