Was für ein Pokalfight im Sportpark Höhenberg! Viktoria Köln bietet dem Zweitligisten 1. FC Nürnberg über 120 Minuten die Stirn, muss sich am Ende aber mit 5:6 nach Elfmeterschießen geschlagen geben. Piet Scobel (56.) brachte die Franken nach der Pause in Führung, ehe Meiko Sponsel (90.+6) die Höhenberger in letzter Sekunde in die Verlängerung köpfte. Im Elfmeterschießen hatte schließlich der Club das bessere Ende für sich.
Veränderungen: Im Vergleich zum vergangenen Ligaspiel nahm Viktoria-Cheftrainer Marian Wilhelm lediglich eine Veränderung in seiner Startelf vor. Yannick Tonye rückte für Alexander Prokopenko in die Anfangsformation.
Verlauf des Spiels: Viktoria erwischte einen richtig guten Start und machte von Beginn an deutlich, dass sie sich gegen den Zweitligisten keineswegs verstecken wollte. Bereits in der sechsten Minute bediente Wolf Niklas Castelle, dessen Abschluss im letzten Moment noch entscheidend zur Ecke abgefälscht wurde.
Nur zwei Minuten später wurde es erneut gefährlich. Nach einer Ecke versuchte es Otto artistisch mit der Hacke, setzte den Ball jedoch knapp am Nürnberger Tor vorbei (8.).
Auch in der Folge blieben die Höhenberger die aktivere Mannschaft. Castelle legte im Strafraum für Otto ab, dessen Abschluss kurz vor der Linie noch geklärt werden konnte (20.). Nürnberg kam dagegen nur selten gefährlich vor das Tor von Schulz.
Nach 26 Minuten hatte die Viktoria die nächste gute Gelegenheit. Kloss stieg nach einem Eckball am zweiten Pfosten am höchsten, doch Nürnbergs Schlussmann Reichert parierte den Kopfball stark.
Kurz vor der Pause fehlte erneut nicht viel zur verdienten Führung. Tonye legte auf Duman ab, dessen Abschluss aus rund zehn Metern jedoch zu zentral geriet und direkt in den Armen von Reichert landete (41.).
So ging es trotz einer bärenstarken ersten Halbzeit torlos in die Kabinen. Die Viktoria hatte das Spiel über weite Strecken im Griff – einzig die Führung fehlte.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der Zweitligist dann mit seiner ersten großen Gelegenheit eiskalt. Markhiev setzte sich im Angriff durch, anschließend landete der Ball bei Scobel. Der Nürnberger nahm aus rund 16 Metern Maß und versenkte die Kugel im rechten Eck zum 0:1 (56.).
Nur wenige Minuten später hatte Scobel sogar die Möglichkeit auf seinen zweiten Treffer. Nach einer Ecke kam er zum Kopfball, setzte diesen jedoch knapp über das Tor (60.).
Die Viktoria ließ sich vom Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Maboulou wurde auf die Reise geschickt und versuchte es mit einem Heber über Reichert, doch der Ball flog sowohl am Keeper als auch am Tor vorbei (64.).
Auf der anderen Seite musste die Viktoria nach 71 Minuten noch einmal in höchster Not klären, als ein Abschluss von Scobel kurz vor der Linie abgewehrt wurde.
Dann waren wieder die Höhenberger am Zug. Otto und Sponsel kombinierten sich mit einem sehenswerten Doppelpass durch die Nürnberger Defensive. Sponsel tauchte frei vor Reichert auf, setzte seinen Abschluss aber knapp am Tor vorbei (74.).
Auch in der Schlussphase gab sich die Viktoria nicht geschlagen. Maboulou hatte in der 89. Minute noch einmal die große Gelegenheit auf den Ausgleich, sein Schuss strich jedoch knapp rechts am Tor vorbei.
Als vieles bereits nach einem bitteren Pokal-Aus aussah, belohnte sich die Viktoria doch noch für einen starken Auftritt. Fallmann brachte in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß gefühlvoll in den Strafraum. Sponsel stieg hoch und köpfte den Ball zum viel umjubelten 1:1 ins Netz (90.+4).
Der Sportpark Höhenberg bebte und die Viktoria rettete sich mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit hochverdient in die Verlängerung.
In den zusätzlichen 30 Minuten gingen beide Mannschaften nicht mehr das ganz große Risiko ein. Die Kräfte schwanden zunehmend, gleichzeitig wollte keines der beiden Teams den entscheidenden Fehler machen. Weitere Treffer fielen nicht, sodass das Weiterkommen im Elfmeterschießen entschieden werden musste.
Dort hatte Nürnberg schließlich das glücklichere Ende für sich. Reichert parierte den entscheidenden Strafstoß von Jahn und sicherte dem Zweitligisten damit den Einzug in die nächste Runde.
Für die Viktoria bleibt trotz des Ausscheidens ein Auftritt, auf den die Mannschaft aufbauen kann. Die Höhenberger begegneten dem Zweitligisten über 120 Minuten auf Augenhöhe, erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten und bewiesen mit dem späten Ausgleich einmal mehr große Moral. Ein bockstarker Pokalabend, dem am Ende lediglich die Belohnung fehlte.
Viktoria-Aufstellung: Arne Schulz – Kilian Jakob, Tim Kloss, Tobias Eisenhuth, Meiko Sponsel, Yannick Tonye (46. Alexander Prokopenko) – Taylan Duman (75. Pascal Fallmann) , Niklas Swider – Niklas Castelle (57. Noah Maboulou) , Lucas Wolf (75. Niklas Jahn) – David Otto (87. Jakob Sachse)
Zuschauer:innen: 8.343
Tore: 0:1 Piet Scobel (56.), 1:1 Meiko Sponsel (90+4)
Vorrausblick: Nach dem DFB-Pokal ist vor dem nächsten Pokalspiel: Bereits am Mittwoch ist die Viktoria im Mittelrheinpokal gefordert. Dann geht es auswärts zum FC Schaffhausen.





