Last-Second-Jubel im Sportpark Höhenberg: Bis zur vierten Minute der Nachspielzeit drohte der Viktoria gegen den FSV Zwickau die zweite Heimniederlage in Folge – doch die letzte Aktion des Spiels führte dann doch noch zum 1:1-Ausgleich durch Jamil Siebert.

„Wir nehmen den am Ende etwas glücklichen Punkt gerne mit, wohlwissend dass wir die letzte Linie besser bespielen müssen, da darf gerne noch etwas mehr kommen“, brachte Cheftrainer Olaf Janßen die Probleme seines Teams nach der Partie auf den Punkt. Er hatte nach dem 1:0-Sieg bei 1860 München über die Gelbsperre von Patrick Sontheimer hinaus rotiert, mit Christoph Greger (nach Gelbsperre), Mike Wunderlich (zuletzt angeschlagen) und André Becker standen im Vergleich zur letzten Woche drei Neue in seiner Startelf.

Diese dominierte die Partie zwar spielerisch, fand aber vorne zunächst nicht die entscheidende Lücke für eine echte Großchance. Und hätte nach einer halben Stunde um ein Haar den Rückstand kassiert: Ben Voll konnte einen Schuss von Yannic Voigt aus spitzem Winkel nicht festhalten, der Ball trudelte entlang der Torlinie, aber nicht darüber hinweg – weil Niklas May retten konnte (31.).

Die Gäste waren plötzlich besser im Spiel, Viktoria verlor etwas den Faden und kurz vor der Pause war es dann passiert: Langer Ball von Jan Löhmannsröben auf Dominic Baumann, Kopfballablage in den Lauf von Johan Gomez, und der ließ Voll keine Chance – 0:1 (44.), das war zu einfach, Michael Schultz hatte sich bei Löhmannsröbens langem Ball offenbar verschätzt.

Janßen reagierte in der Halbzeit mit einem Dreifachwechsel, nachdem Lars Dietz bereits in der 33. Minute angeschlagen für Jamil Siebert vom Feld musste. Dietz war nach einem bereits gewonnenen Kopfball unterlaufen worden, unsanft auf dem Boden gelandet und hatte im Anschluss Sichtprobleme. Der Abwehrmann wurde in die Klinik gebracht. „Wir hoffen jetzt, dass es nichts schlimmeres ist“, erklärte Janßen, der zum Wiederanpfiff auch Patrick Koronkiewcz, Luca Marseiler und Robin Meißner neu ins Spiel brachte.

Die Viktoria baute nun etwas mehr Druck auf, kam zur ein oder anderen Schusschance, doch Hochkaräter blieben weiter aus. So beorderte Janßen in der Schlussphase nach der Einwechslung Simon Stehles auch noch Schultz nach vorne und ließ mit langen Bällen agieren, auch wenn „das eigentlich nicht unser Spiel ist“, wie er erklärte. Und so führte schließlich der letzte lang geschlagene Ball, ein Freistoß von Simon Handle, zum Ausgleich: Zwickau-Keeper Johannes Brinkies sah dabei ähnlich unglücklich aus wie Schultz vorm 0:1, er griff daneben, Siebert verlängerte den Ball mit dem Hinterkopf ins Tor.

Schon am Dienstag geht es für Viktoria beim Halleschen FC weiter, dann wird Siebert fehlen, er sah die fünfte gelbe Karte.

Viktoria Köln: Ben Voll – Michael Schultz, Lars Dietz (33. Jamil Siebert), Christoph Greger – Simon Handle, Marcel Risse (46. Luca Marseiler), Moritz Fritz, Niklas May (46. Patrick Koronkiewicz) – Mike  Wunderlich – André Becker (46. Robin Meißner), David Philipp (74. Simon Stehle)

Tore: 0:1 Johan Gomez (44.), 1:1 Jamil Siebert (90. +4)

Zuschauer: 2.406

Schiedsrichter: Jonas Brombacher

Gelbe Karten:

Köln: Jamil Siebert, David Philipp

Zwickau: Nils Butzen, Maximilian Jansen, Patrick Göbel

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Nach der langen Pause geht’s an den Tivoli

Ungewohnt lang war die 3. Liga-Pause in den vergangenen Wochen, doch nun findet sie ein Ende. Am Sonntag (16:30 Uhr) geht’s für Marian Wilhelm und seine Mannschaft an den Aachener Tivoli. Vor dem Re-Start in der Liga durften sowohl Viktoria als auch die Alemannia unter der Woche im Mittelrheinpokal ran. Beide Mannschaften trafen dabei auf einen Landesligisten: Viktoria gewann mit 2:0 beim SC Blau-Weiß 06 Köln, Aachen setzte sich bereits am Dienstagabend mit 5:0 gegen Grün-Weiß Brauweiler durch. Nun gilt der Fokus wieder der 3. Liga. Nach dem starken Saisonstart mit fünf Siegen aus sieben Spielen rangieren die Schäl-Sick-Jungs auf Platz zwei. Auch Aachen ist gut in die Saison gestartet und hat lediglich vier Zähler weniger auf dem Konto. Die Mannschaft von Mersad Selimbegovic startete mit einem beeindruckenden 4:1 gegen den SC Verl in die Saison und knüpfte damit an die starke Rückrunde der vergangenen Spielzeit an. Anschließend holte die Alemannia einen Punkt in der Kölner Südstadt (1:1) und verlor daheim gegen Meppen (0:3). Darauf folgten ein 3:0-Sieg in Ingolstadt, ein Heim-Remis gegen Regensburg (2:2), eine knappe Niederlage in Würzburg (0:1) und zuletzt der Heimerfolg gegen Düsseldorf (1:0). Auf Viktoria-Seite gab es mit dem Heimspiel gegen Regensburg (2:5) und der Partie in Essen (0:1) zwei Begegnungen, in denen die Mannschaft nicht als Sieger vom Platz ging. Die starken Leistungen gegen Stuttgart (3:1), Münster (4:1), Rostock (4:0), in Meppen (3:1) und gegen Ingolstadt (3:0) hingegen unterstreichen die starke Frühform der Mannschaft. Auch beim Test in der Länderspielpause gegen den 1. FC Köln (2:2) überzeugten die insgesamt 23 eingesetzten Viktoria-Profis. In der vergangenen Spielzeit waren es die Aachener, die mit ihrem Sturmduo für Furore sorgten. Lars Gindorf (28 Treffer) und Mika Schroers (21) bildeten den mit Abstand gefährlichsten Doppelsturm der Liga. Während Schroers weiterhin im Aachen-Trikot für Gefahr sorgt, steht Lars Gindorf mittlerweile bei Hannover 96 unter Vertrag. Schroers kommt in der laufenden Saison bislang auf drei Treffer, ebenso wie sein Teamkollege Lukas Scepanik. Das gefährlichste Trio der Liga kommt aktuell aus Köln: David Otto (6 Tore), Niklas Castelle und Lucas Wolf (jeweils 4) stellten ihre Qualitäten zum Saisonstart unter Beweis, insbesondere in der Englischen Woche vor der langen Länderspielpause. Gerade für Castelle dürfte die Partie am Sonntag eine besondere werden: Bevor sich der Offensivspieler im Sommer für den Schritt nach Köln-Höhenberg entschied, spielte er anderthalb Jahre lang als Leihspieler des SSV Ulm für die Alemannia. In 47 Spielen traf er dabei fünfmal. Tickets für das Spiel am Sonntag sind weiterhin erhältlich. Alle Fans, die mit in die Kaiserstadt reisen wollen, finden die wichtigsten Infos wie gewohnt unter www.viktoria1904.de/auswaerts.

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